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Revolte eine Anleitung für die Mittelschicht

Interview mit Robert Griess

REVOLTE in Berlin!

01.06.2011 bis 04.06.2011 im Mehringhoftheater, Berlin

Vorerst nur auf der Bühne: Aber da fliegen die Fetzen und die Pointen, wenn Griess´ moderne Väter polemisieren,
streiten und die Revolte planen. Laut Kölner Stadt-Anzeiger hat Griess "eine der schnellsten und frechsten Klappen von Köln", andere nennen ihn den "kölschen Hader" (Bayrischer Rundfunk) und die Bonner Rundschau meinte anlässlich der Premiere: "Keine Frage, was Griess hier zu bieten hat, ist wirklich grandioses politisches Kabarett. Herrlich, wie er sich in seine jeweilige Rolle hinein steigert, polarisiert und polemisiert." Als da wären: Herr Stapper, echter kölscher Asi-Adel auf Hartz-IV, der gegen Waldorf-Mütter im Bionade-Ghetto kämpft, der Alt-Linke Schober - im Kopf Revoluzzer, im Herzen ein Weichei sondergleichen - und Griess selbst, als Kabarettist stets in der Zwickmühle zwischen Anspruch
und Wirklichkeit. Ein überbordendes Programm - gleichermaßen für Männer wie Frauen!

 

Herr Stapper bringt die Revolte nach Berlin....

Dummheit kennt keine Zweifel
Ein Interview mit Robert Griess zum Programm: Revolte – eine Anleitung für die Mittelschicht
Andreas Geil: Herr Griess, Sie haben so eben in Köln das 1. Kölner Festival des politischen Kabaretts gefeiert. An den drei Abenden gab es programmatische Titel wie Schlachtplatte – die Endabrechnung, Krise – welche Krise und die Große Hartz-IV-Gala. Die Hauptüberschrift lautete: Die Rückkehr des Agit-Prop. Ihr Fazit zum Festival.

Robert Griess: Härtere Zeiten brauchen härtere Pointen. Wir wollten mal wieder zeigen, wie sehr das immer wieder totgesagte politische Kabarett lebt und welche Bandbreite das Genre bietet – und das Publikum strömte, alle Tage waren ausverkauft. Das politische Kabarett bringt eben in seinen guten Momenten Kommentare und Informationen, die man sonst nicht öffentlich hört. Und das Publikum möchte eben auch einmal andere Meinungen hören als die ewig gleichen Weichgespülten.


AG: Sie haben das Festival gemeinsam mit dem DGB und der VHS veranstaltet, nicht gerade Organisationen, die für die von Ihnen geforderte Revolte stehen?

RG: Man muss die Leute da abholen, wo sie sind. Und das geht über das kabarettistische Lachen ganz wunderbar, weil von unten über oben gelacht wird und Autoritäten und Status Quo der Lächerlichkeit preisgegeben werden – im Unterschied zur Comedy, der Blasmusik des Neoliberalismus: Dort wird der Status Quo bestätigt, und gelacht wird aus Schadenfreude. In Köln bin ich bei DGB und VHS jedenfalls offene Türen eingerannt. Revolte allerdings kommt nicht aus den Institutionen. Aber wenn sie dem politischen Kabarett ein Forum bieten – ist doch ein Anfang.


AG: Mit dabei waren unter anderen Arnulf Rating, Heinrich Pachl, Wilfried Schmickler, aber auch Leute wie Manfred Maurenbrecher und das Bundeskabarett. Eine gelungene Mischung?

RG: Das politische Kabarett jenseits des Fernsehens lebt ja von seinen so verschiedenen Protagonisten und deren unterschiedlichem Blick auf die Welt. Und so eine Vielfalt in drei Tagen kann eben nur ein Festival bieten. Wir haben versucht, die Bandbreite der Szene vom satirischen Monolog über den groovenden Song bis zur kabarettistischen Massen-Szene in diesen drei Tagen abzubilden – das Publikum war jedenfalls durchweg begeistert, gerade auch vom Berliner Maurenbrecher, dadurch ist das nächste Festival 2012 bereits gesichert.

AG: Ihre Figur aus dem Programm „Revolte“, Herr Stapper, eine Art Assi mit Niveau, hat den zweiten Abend moderiert und eigene Auszüge aus dem Programm gegeben. Wie zufrieden ist Herr Stapper mit dem Festival?

Stapper: Ich als Unterschichtler dürfte ja so eine bürgerliche Kabarett-Veranstaltung eigentlich gar nicht moderieren. Die würden mich ja nicht engagieren, weil ich kein Klavier spiele und billige Witze über die Merkel mache, sondern immer wieder reiche Leute ärgern gehe, zum Beispiel die Sozialschmarotzer von oben in der Oper, mit meinem Handy auf höchster Klingeltonlautstärke… Deswegen habe ich mir einen Polit-Kabarettisten namens Robert Griess ausgedacht, damit die Leute, die ich nicht mag, Eintritt dafür bezahlen, um sich von mir beschimpfen zu lassen. Ich bin für die Revolte!

AG: In Berlin spielen Sie vom 01. bis 04.06.2011 im Kreuzberger Mehringhoftheater. Mit dem kompletten Programm "Revolte". Meinen Sie, Herr Stapper, der ja echter kölscher Hartz-IV-Adel ist, kommt mit den Berliner Eingeborenen so zurecht wie in Köln?

Stapper: Aber logo! Bröckelnde Mittelschichten, abgehängtes Prekariat, bescheuerte Waldorf-Mütter mit Umschulung zur anthroposophischen Stillberaterin und ihre jobvernichtenden Unternehmensberater-Gatten mit SUV gibt es überall. Und die Auswirkungen der Klientel-Politik dieses überforderten Kabinetts des Grauens sind überall im Lande gleich zu spüren.

RG: Stapper ist tatsächlich überall der gefeierte Volkstribun. Übrigens auch schon häufiger in Berlin: Ob Wühlmäuse, Distel, Mehringhoftheater - wenn der Kölner Revoluzzer ohne Über-Ich vom Reiche-Leute-vor-dem-Bioladen-ärgern erzählt, gibt es immer zu Lachtränen rührende Verbrüderungsszenen mit dem Publikum. Stapper ist der rheinische Bruder von Kurt Krömer. Nur eben mit Hang zur Revolte.

AG: In dem Programm stellt Herr Stapper auch häufiger die Wirkung und Funktion des Kabarettisten Robert Griess infrage. Entkommt Robert Griess dieser Falle?

Stapper: Kabarett, was ist das denn? Bespaßung der Mittelschicht, damit die Zahnarztgattin auch mal über die Missstände in der Gesellschaft ablachen kann. Aber ich muss nach der Vorstellung weiterhin in diesen Missständen leben. Deswegen streite ich mit dem Griess auf offener Bühne über seine Witze und Ansichten und treibe ihn vor mir her – übrigens sehr zur Gaudi des Publikums.

RG: Jede noch so gute Idee hat keine Chance sich durchzusetzen, wenn sie unsicher vorgetragen wird. Das Problem ist nur: Dummheit kennt keine Zweifel. Mit Stapper habe ich den personifizierten Zweifel mit dabei, der keine Autorität oder Zustand unhinterfragt lässt. In "Revolte" werden deshalb keine Wahrheiten verkündet, sondern es wird auf offener Bühne gestritten, polemisiert, diskutiert und parodiert, dass das Ergebnis jeden Abend aufs Neue ein Schlachtfest der Lebenslügen ist.

Stapper: Der Dalai-Lama sagt zum Beispiel: „Wenn dir ein Vogel aufs Hemd kackt, sei nicht wütend. Freue dich vielmehr, dass Kühe nicht fliegen können.“ Ich aber sage euch: „Ein mit Liebe verdrückter Hamburger ist gesünder als mit Verachtung gekaute Körner.“ Ich bin für die Revolte!

Ein Interview von Andreas Geil

Pressestimmen:

"Den rotzigen Revoluzzer lässt er am Ende so brillant provozieren, dass sein begeistertes Publikum am liebsten gleich mitgezogen wäre." Münchner Abendzeitung

"Eine Glanzleistung auf höchstem Niveau. Die Zuschauer grölen, lachen, pfeifen und applaudieren von der ersten Minute an, mitgerissen von diesem zügellosen Kabarett-Programm. Der Teufel selbst zündete dieses Feuerwerk aus Pointen!" - WAZ

"Bei Robert Griess kriegen sie garantiert andere Kost serviert als im TV. Schwarzhumorig, komisch, politisch unkorrekt - bei Griess wird zurückgelacht." FAZ

Ein Programmausschnitt: HIER KLICKEN

 


Tickets: HIER KLICKEN

Informationen:

01.06.11. - 04.06.11
Täglich 20.00 Uhr

Robert Griess mit 'Revolte!'

Mehringhof-Theater
Gneisenaustr. 2a
10 961 Berlin


 


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Andreas Geil - PR-Berater, Journalist, Pressesprecher, Online-Marketing-Manager IHK

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"Was immer du schreibst... schreibe kurz, und sie werden es lesen, schreibe klar, und sie werden es verstehen, schreibe bildhaft, und sie werden es im Gedächtnis behalten..."

Joseph Pulitzer (1847-1911), US-amerikanischer Journalist und Verleger

 

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